Wissenschaftliche Jahrestagung an der UNI Hamburg
10.09.-12.09.2025
Sobald die Anmeldung möglich ist werden wir dies hier veröffentlichen.
Termine des Vorstands:
Datum Uhrzeit Veranstaltungsort
31.03.25 9-12Uhr Barmbek Basch
25.04.25 9-12Uhr EB Altona
16.05.25 9-12Uhr Barmbek Basch
Sollten Sie teilnehmen wollen, bitten wir vorab um eine Anmeldung per Mail.
Die wissenschafltiche Jahrestagung der bke
Die Ausrichtung der wissenschaftlichen Jahrestagung der bke rotiert, so dass jedes Jahr ein anderes Bundesland mit der Ausrichtung betraut ist. Vom 10.9.-12.9.2025 findet in Hamburg die diesjährige Tagung zum Thema: Geschlechter, Identitäten, Familienvielfalt statt.
„Die Zeiten gendern* sich!“
Der gesellschaftliche Diskurs um Geschlecht, sexuelle Orientierung und familiäre Lebensformen hat sich in den letzten Jahren signifikant verändert. Dies zeigt sich auch in den Familien- und Erziehungsberatungsstellen, die zunehmend Anfragen von Ratsuchenden bekommen, bei denen sich die Vielfalt von Lebensrealitäten widerspiegelt. Neben Eltern mit heterosexueller Orientierung suchen lesbische, schwule, bi-sexuelle Eltern, sowie Familien mit trans*, nicht-binären und intergeschlechtlichen Angehörigen Unterstützung. Und auch Kinder und Jugendliche, die sich in der Auseinandersetzung mit ihrer Geschlechtsidentität befinden, kommen in die Beratungsstellen.
Diese Entwicklungen stellen die Fachkräfte der Beratungsstellen vor die Aufgabe, eine differenzierte, fachlich fundierte und diskriminierungssensible Begleitung anzubieten.
Identität: zentraler Aspekt der menschlichen Existenz
Identitätsentwicklung ist eng mit Geschlecht und Sexualität verbunden. In der Kindheit und Adoleszenz bilden sich u.a. Identität, Selbstwertgefühl, Individualität und Autonomie aus. Das soziale Umfeld und dessen Wertesystem ist bedeutsam, soziale Medien, in denen Bilder von Sexualität, Geschlechtlichkeit und Gender kreiert und verbreitet werden, spielen eine große Rolle. Kinder und Jugendliche haben also wichtige Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, bei denen sie sich häufig Hilfe von pädagogischen/therapeutischen Fachkräften wünschen und benötigen.
Familie im Wandel
Die Konzepte von Familie, Geschlechtsidentitäten und Geschlechterrollen entwickeln sich gesellschaftlich stetig weiter. Die Auseinandersetzung und die damit zum Teil einhergehende Neuorientierung haben Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und Familien. Sie sehen sich geschlechtsspezifischen Erwartungen und Rollenbildern gegenüber, die sowohl Vielfalt ermöglichen und eine Bereicherung darstellen, ebenso aber auch überfordern können.
Viele Jugendliche, die sich als queer identifizieren und outen, erleben eine akzeptierende Haltung in ihrem Umfeld. Mit Geschlechtervielfalt, Namens- und Geschlechtsveränderung, sowie gendergerechter Sprache, tun sich Jugendliche oft leicht. Andere, als queer geoutete Jugendliche, müssen in ihren Familien und im sozialen Umfeld aber auch noch Abwertung, sozialen Ausschluss und zum Teil Gewalt erleiden. Manche Eltern begleiten und unterstützen die Entwicklung ihrer Kinder angemessen. Es gibt auch Sorgen, Abwehr und Unsicherheit. Kinder, Jugendliche und Eltern brauchen daher Orte, an denen sie über Gefühle sprechen und ihre Fragen stellen können.
Beratung (oder Aufgaben der Familien- und Erziehungsberatungsstellen)
Forschungsergebnisse zeigen, dass es weiterhin einen Mangel an gesellschaftlicher Aufklärung zu den Themen Geschlechtervielfalt und sexueller Orientierung gibt. Somit sind Kinder, Jugendliche und Familien in sozialen Hilfesystemen immer wieder mit Unwissenheit konfrontiert. Die Aufgabe von Familien- und Erziehungsberatungsstellen ist es unter anderem, Bedarfe zu erkennen und Entwicklungsprozesse zu begleiten.
Lesbische, schwule, bi-sexuelle und intersexuelle Jugendliche sind zunächst und in erster Linie junge Menschen mit alterstypischen Lebensstilen, Wünschen und Zielen. Sie brauchen Menschen, die sie in entwicklungstypischen Fragen unterstützen können, die etwas über queeres Leben wissen und die an ihrer Seite sind, wenn sie sich alleine fühlen.
Die Kinder- und Jugendhilfe steht vor der Herausforderung, sichere Bedingungen für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen, sie vor Ausgrenzungen, Gefahren und Gewalt zu schützen sowie sie in ihrer Entwicklung hin zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen.
Diese Aufgaben sind explizit seit 2021 in § 9 Nr. 3 SGB VIII für Mädchen und Jungen in unterschiedlichen Lebenslagen, sowie transidenten, nichtbinären und intergeschlechtlichen jungen Menschen benannt.
Tagung
Vor diesem Hintergrund bietet die Tagung die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Vielfalt der Geschlechter und Geschlechtsidentitäten, sexuellen Orientierungen und Grundlagen der kindlichen psychosexuellen Entwicklung zu verschaffen und für daraus entstehende Themen zu sensibilisieren. Und es wird es in Vorträgen und praxisnahen Workshops auch darum gehen, sich mit der eigenen (professionellen) Haltung zu beschäftigen, um im Beratungskontext einen guten Rahmen für eine wertschätzende Begleitung zu ermöglichen.
In Anbetracht der derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, möchte die Tagung auch ein klares Zeichen für Vielfalt, Inklusion und Akzeptanz setzen. Sowohl in den Vorträgen und Workshops als auch im Begleitprogramm sollen die Teilnehmenden erfahren, welche Chancen und Bereicherungen sich aus der Vielfalt für alle bieten. Mit dem Wissen und den positiven Erfahrungen, welche durch viele fachliche Informationen und Vorträge untermauert werden, sowie durch viele neue Kontakte und anregende Diskussionen, sollen die teilnehmenden Fachkräfte gestärkt und kraftvoll nach Hause fahren können.
Arbeitkreis Neue Erziehung e. V. (Elternbriefe)
www.ane.de
Elterntelefon für Hamburg
www.elterntelefon-hamburg.de
Hamburger Jugendhilfe
Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz
www.hamburg.de/behoerden
Online Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)
www.familienhandbuch.de
Zeitschrift Eltern
www.eltern.de